Transparency

Wieviel will ich wirklich von mir preisgeben?

Heute möchte ich ein wenig über Transparenz schreiben, also was wir nach außen hin zeigen können/sollten und was nicht. Wie transparent man eben sein darf. Durch die durchsichtige Regenjacke bin ich auf die Idee gekommen, darüber zu schreiben. Transparent und so – welch einfallsreicher Gedankengang 😀 Meine Frage: Was zeige ich alles von mir und wie präsentiere ich mich nach außen? Ein Thema, das mich schon lange beschäftigt und bei dem ich noch immer vorsichtig bin.

Bei längerem Durchstöbern von Instagram & Co. fällt mir auf, dass die Hemmschwelle in Bezug auf „Wieviel zeige ich von mir und meinem Körper“ drastisch gesunken ist. Frei nach dem Motto „Sex sells“ präsentiert man sich relativ freizügig im Internet und verkauft seine Intimität. Was bewegt die Menschen dazu? Wollen sie so Aufmerksamkeit erregen, haben sie zu viel oder vielleicht auch zu wenig Selbstbewusstsein oder hauen sie es einfach nur raus, ohne sich eigentlich darüber Gedanken zu machen?

Ich finde, man muss immer ein bisschen diffenzieren. Da gibt es z.B. die Body Shots, welche ja eigentlich nicht mehr als Bilder im Bikini oder in Badehose sind. Mittlerweile sind diese heuzutage irgendwie schon normal geworden. Früher war das für mich immer ein totales No-Go, mittlerweile habe ich meine Sicht ein wenig geändert. Ich finde es okay, wenn man ab und zu mehr zeigt, dies aber nicht überhand nimmt. Es kommt immer darauf an, wieviel man zeigt und in welcher Branche man sich bewegt. Als Model z.B. ist ja es ja förderlich, sich vielfältig zu zeigen, hingegen es für Banker oder Büroarbeiter ein Problem darstellen kann. Der Arbeitgeber informiert sich vor der Einstellung eines Mitarbeiters schließlich auch über deren Social-Media-Präsenz. Es hat sich zwar schon ein wenig gelockert, auch in Bezug auf Tattoos und Piercings, dennoch spielt es weiterhin eine entscheidende Rolle.

Ich für meinen Teil poste ganz ganz selten solch Bilder, irgendwie bin ich da noch immer sehr vorsichtig. Immerhin bin ich ja ein Modeblogger und kein Body- oder Fitnessaccount. Es ist etwas anderes, wenn ich z.B. für Unterhosen Werbung mache. Aber alles seriös und legitim dem Motto: „Was würde meine Mutter denken, wenn sie das sieht?“.

Viel mehr spreche ich Accounts an, deren Content ausschließlich aus Bildern besteht, auf denen sie quasi nur ihr Genital verdecken. Glückwunsch! Einfach nein. Warum macht man das? Ich meine es verkauft sich vielleicht gut, aber was bringt es mir, wenn ich meine Intimität mit Tausenden von Leuten teile? Macht mich das besser? Ich denke mir dann immer so: Was ist wenn der/diejenige mal einen Partner hat? Denkt sich der Partner dann nicht: „Und was kannst du noch so alles bieten? Ich hab ja schon alles gesehen.“ Verrückt. Aber nun gut. Es heißt ja immer leben und leben lassen, ich kann einfach nur mein Entschluss daraus ziehen. Das ist eigentlich nur das perfekte Beispiel, was ich mal nicht machen bzw. sein will.

PS: Die Bilderreihe ist nach meinem Kurztrip nach Wien in Mannheim entstanden. Ich finde die Stadt echt cool, genau mein Ding was Locations für Shootings betrifft 🙂


OUTFIT DETAILS:

Rainjacket: H&M Studios

Bag: COS

Trousers: H&M

Hat: We are Copenhagen

Shoes: Y-3

Photos: Emma

Marian