Y-3 Love 

Hello!

Wie ihr sicher wisst, haben die Japaner einen großen Einfluss auf mein Modebewusstsein. Ich möchte euch dies ein bisschen näher bringen und dabei auf mein Lieblingsdesigner, Yohji Yamamoto, tiefer eingehen: Abneigung für ihre Kleidungsstücke waren für die wohl bekanntesten japanischen Modedesigner wie Issey Miyake, Rei Kawakubo oder Yohji Yamamoto keine Seltenheit. Ihre funktionalen, mit Dekorsprache ausgeprägten asymmetrischen Kleidungsstücke fanden in den westlichen Ländern keine Zustimmung.

Erst Anfang der 80er Jahren, in Zeiten des japanischen Aufschwungs, fand ihre Kleidung, die das absolute Gegenteil der westlichen Schönheitsideale darstellte, erste Akzeptanz. Früh war klar, dass sie der Gesellschaft einen anderen Stempel aufdrücken wollten, entgegen der Punk-Szene, die gegen das Establishment protestierte. Mit Ihrem Debut 1981 in Paris und den folgenden Jahren versuchten sie, das Modebild zu revolutionieren und dabei eine Ästhetik der Unvollkommenheit und Unordnung auszudrücken.

Entgegen des westlichen Schönheitsideals der eng anliegenden Formen spielten die Asymmetrie, das Stoffgewebe bzw. die Flächigkeit, die Dekonstruktion und monochrome Farbpaletten eine wichtige Rolle. In der heutigen Zeit kann man den japanischen Einfluss bei Kleidungsstücken von H&M, Zara & Co. sehen. Die Klamotten sind oversized, haben asymmetrische Schnitte, Löcher, Risse und meist die Farbe Schwarz. BTW: Der Destroyed-Look kommt ursprünglich aus Japan, denn die oben genannten Designer hatten solch Elemente als Erstes in ihren Mustern. Dies habe ich anhand einer Hausarbeit in der Uni herausgefunden. Aber darauf gehe ich vielleicht bald nochmal genauer ein…

Yamamoto versucht mit seiner Kleidung eine neue Ästhetik auszudrücken, dabei lehnt er sich an das Konzept des „wabi-sabi“ an. Es geht um den Verfall und das Fehlerhafte, die Verhüllung des Körpers, ihn so darzustellen, wie er tatsächlich ist – mit all seinen Mängeln. Er möchte eine Wirkung der Unordnung, des Unvollkommenen erzielen. Provokant stellt er die Schäbigkeit in den Vordergrund und meidet dabei die Schönheit. Bunte Farben wird man bei ihm nicht vorfinden, denn er konzentriert sich auf stoische, achromatische Farbpaletten.

Der Designer bezeichnet die Farbe Schwarz als eine „intellektuelle, zeitgemäße Farbe“, welche seine Ansicht perfekt zur Geltung bringen. Seine Abneigung gegenüber dem westlichen Modebild wird im Folgenden sehr deutlich: „Ich halte Vollkommenheit für hässlich. Ich will in den von Menschen gemachten Dingen irgendwo Narben, Scheitern, Unordnung, Verzerrung sehen. Wenn ich das in den Arbeiten anderer spüre, gefallen sie mir. Perfektion ist eine Art von künstlicher Ordnung… Dabei erzwingt man etwas. Ein freier Mensch will so etwas nicht.“ Ich persönlich kann seine Worte nicht nur auf die Mode, sondern auch auf das Leben beziehen. Ich bin der gleichen Meinung, denn nichts ist perfekt. Nobody is perfect! Wir sind alles nur Menschen und jeder macht Fehler. Es gehört dazu zu scheitern und wiederaufzustehen. Und das ist völlig normal und bin der Meinung, man sollte dies auch nicht vesuchen zu verstecken.

PS: Ich weiß, das Outfit hat jetzt keine Löcher und der Hoodie ist farbig. Mir geht es nur um meine allgemeine Sichtweise. Jeder, der die Marke kennt, weiß wie einzigartig und leider auch wie teuer die Teile sind…

 

OUTFIT DETAILS:

Hoodie: Y-3

Shirt: Urban Outfitters

Trousers: Pull & Bear

Cap: Die Kappenschmiede

Shoes: Y-3

Rings: Thomas Sabo

Photos: Emma

Marian

 

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2 thoughts on “Y-3 Love 

  1. Hi Marian,

    Ich kenne die Marke zwar schon länger und war damals in Miami auch schon in einen große Store von Y-3. Aber die ganzen Hintergrund zum Designer kannte ich noch nicht. Wieder was dazu gelernt, Danke schon mal dafür. Das der Destroyed-Look kommt ursprünglich aus Japan wundert nicht.. Was ich oft bei meinen Reisen nach Japan sehen konnte ist, dass dort das individuelle Modeverständnis wirklich gelebt wird. Deine Outfitkombination ist natürlich wieder der absolute Hammer. Ich finde es richtig gut wie du deinen individuellen Style umsetzt. Mach bitte weiter so!

    Beste Grüße
    Marcel
    http://marsilicious.com

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